ywam_logo

Aufbruch unter der jungen Generation

... und wie der christliche Glaube nachhaltig bleibt

Gespannt hänge ich an seinen Lippen. Seine Worte wecken Hoffnung und regen zum Nachdenken an. Andreas Nordli ist Mitte August von JMEM Norwegen nach Lausanne gereist, um am Mitarbeitertreffen von JMEM Schweiz zu rund 80 Personen verschiedener Altersgruppen und Nationalitäten zu sprechen. Gerne teile ich einige seiner Gedanken und Zeugnisse, gemischt mit eigenen Anmerkungen, mit euch.  

Gibt es Hoffnung für Europa? Oder werden Gott und der christliche Glaube mehr und mehr aus unserer Gesellschaft verdrängt und durch ein anderes Gedankengut ersetzt? Und gibt es überhaupt eine Zukunft für eine Missionsbewegung wie JMEM? 

Wenn wir auf die letzten Jahrhunderte zurückblicken, gab es immer wieder geistliche Aufbrüche, die oft wellenförmig verliefen. Sie wurden durch Erweckungsprediger ausgelöst, die Massen von Menschen mobilisierten, oder durch neuformierte Gruppierungen, die Gott auf ihre eigene Art radikal nachfolgten. Diese Aufbrüche flachten nach einigen Jahren oft wieder ab oder Bewegungen lösten sich auf. «Warum hielt die Leidenschaft für Gott in diesem Mass nicht an und ging weiter?», fragte Andreas einmal einen Mann, der in jungen Jahren Teil einer solchen Gruppierungen war und Gott begeistert nachfolgte. Dieser meinte, dass sie es nie gelernt hätten etwas später in ihren neugegründeten Familien ihren Glauben gemeinsam mit ihren Kindern zu leben und Gott alltagsrelevant zu machen. In dieser Zeit war es üblich, sich von den eigenen Eltern und deren Überzeugungen zu distanzieren und den Glaubensweg losgelöst von der älteren Generation zu gehen.  

Was hält den christlichen Glauben in einer Gesellschaft über mehrere Generationen hinweg am Leben? Laut einem Mönch, mit dem Andreas einmal im Gespräch war, sind es kleine Gruppen, die gemeinsam Gottes Wort studieren, beten und Gemeinschaft pflegen. Dieses gemeinschaftliche Unterwegssein sei oft der Schlüssel, dass es wieder zu einem neuen geistlichen Aufbruch kommt. So hat seiner Meinung nach JMEM als gemeinschaftsbasierte Bewegung mit verschiedenen Standorten durchaus seine Relevanz! 

«Gott ist tot!» oder andere provokative Aussagen zierten vor einigen Jahrzehnten öfter die Schlagzeilen und stellten den christlichen Glauben in Frage. Seit einigen Jahren ist speziell auch im Norden Europas diesbezüglich eine Veränderung spürbar. 

Besonders unter der jungen Generation scheint es einen neuen Aufbruch zu geben. Nicht eine grosse, offensichtliche Erweckung, sondern viele kleine Aufbrüche von einzelnen Personen oder kleinen Gruppen, die in ihrem Alltag Jesus ernsthaft nachfolgen. 

Dieses «stille Erwachen» bleibt auch den Medienschaffenden nicht verborgen: Die vergangene Fussball-WM wurde als eine der frommsten wahrgenommen. Kein Wunder, wenn gläubige Fussballer beider Teams nach einem Match zusammenstehen und gemeinsam beten oder in Interviews ihren Glauben an Jesus bezeugen. Es gibt heute viele junge Christen, die ihren Glauben auch über soziale Medien teilen. Auf der Titelseite einer staatlichen Zeitschrift wurde Jesus kürzlich als grösster Influencer bezeichnet. Wir haben es in Europa mit einer jungen Generation zu tun, die sich wieder nach Tradition und Werten sehnt, nach einem bodenständigen und alltagsrelevanten Glauben. 

In Norwegen erlebt Andreas seit der Corona-Pandemie viele junge Menschen, die sich Jesus zuwenden und sich als Missionare aussenden lassen wollen. Es sind so viele, dass laut Umfrage verschiedene Missionsorganisationen an ihre Grenzen stossen. Bei JMEM hat es nach wie vor Platz für junge Missionare, da wir dezentral organisiert sind! 

In den vergangenen Jahren sind in mehreren Regionen der Schweiz «Bless» Jugendgottesdienste entstanden, die auch Jugendliche anziehen, die Jesus noch nicht persönlich kennen. Bald steht das Praise-Camp in Basel an, wo Tausende junge Erwachsene Gott begegnen wollen. Es ist genial, dass wir etwas von diesem geistlichen Erwachen auch in der Schweiz wahrnehmen und mitprägen können. 

Aber wie schaffen wir es, dass dieser Aufbruch nicht bald wieder abflacht, sondern weitergeht und auch die nachkommenden Generationen erfasst? Was braucht es für die Nachhaltigkeit des christlichen Glaubens? 

Im letzten Vers des Alten Testamentes verspricht Gott in Maleachi 3,24, dass er jemanden senden wird: «Und dieser wird das Herz der Väter zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern umkehren lassen, damit ich nicht komme und das Land mit dem Bann schlage.» 

Ausschlaggebend für ein fruchtbares Land und Nachhaltigkeit ist, dass wir als Generationen gemeinsam unterwegs bleiben. Die «geistlichen Väter und Mütter» dürfen sich der Generation Z zuwenden und ihnen Freiraum geben, ihr Potential auszuleben und Verantwortung zu übernehmen. Dabei ist Flexibilität gefragt, sich auf Neues einzulassen. Es braucht Ältere, die da sind und die Jungen auffangen, wenn es im jugendlichen Übermut zu Stürzen kommt oder wenn möglicherweise entstandene Wogen geglättet werden müssen. Die unter 30-jährigen sind gefordert, sich der älteren Generation zuzuwenden und auch von ihnen zu lernen. Von beiden Seiten ist eine grosse Portion Demut und Offenheit gefragt. 

Am Ende von Andreas Input ergreift eine junge Person die Initiative und fordert uns auf, ein Zeichen zu setzen. So segnen die GenZ-er die «alten Hasen» unter uns und wir Ü30-er beten für sie und sprechen aus, dass wir sie als junge Generation freisetzen wollen. 

Möge Gott uns bei JMEM, aber auch in unseren Kirchen und Familien immer wieder die Weisheit und Demut geben, junge Menschen zu fördern, Leben zu teilen und generationenübergreifend mit Jesus unterwegs zu sein! 

 

Weitere Artikel:
Vom Zweifel zur Stimme - unser DTS Einsatz in Albanien und Bulgarien


Sofazeit? Ehezeit!

Verwendung von Cookies.

Wir benutzen Cookies, um die Dienstleistungen und Funktionen auf unserer Webseite anbieten zu können und um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern.

Einige dieser Cookies sind technisch zwingend notwendig, um gewissen Funktionen der Webseite zu gewährleisten.

Darüber hinaus verwenden wir einige Cookies, die dazu dienen, Informationen über das Benutzerverhalten auf dieser Webseite zu gewinnen und unsere Webseite auf Basis dieser Informationen stetig zu verbessern.